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Wie lange krankgeschrieben bei Bakerzyste und nach der OP?

Von Redaktion 8 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft am

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Zwei Hände umfassen ein gebeugtes Knie, auf dessen Vorderseite ein schwarzes Kinesio-Tape klebt, heller Hintergrund
Foto: whitesession / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Eine feste Dauer gibt es nicht. Wie lange jemand mit einer Bakerzyste ausfällt, hängt von der Ursache im Knie, der Behandlung und vor allem vom Beruf ab.

Auf dieser Seite
  1. Warum es keine feste Dauer gibt
  2. Orientierung: Ausfallzeiten nach Situation
  3. Behandlung der Bakerzyste und was sie für die Arbeit bedeutet
  4. Regeln zur Krankschreibung
  5. Lohnfortzahlung und Krankengeld: ein Rechenbeispiel
  6. Zurück in den Job: stufenweise Wiedereingliederung
  7. Checkliste für das Arztgespräch
  8. Warnzeichen: wann sofort zum Arzt?
  9. Häufige Fragen
  10. Fazit
  11. Quellen

Wie lange man bei einer Bakerzyste krankgeschrieben ist, legt keine Tabelle fest. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet nach der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), und die schreibt vor, dass eine Krankschreibung in der Regel höchstens zwei Wochen im Voraus gilt. Ohne Operation reicht oft eine kurze Pause oder gar keine. Nach einer Knie-Arthroskopie liegen die Zeiten je nach Eingriff und Beruf zwischen etwa einer Woche und mehreren Monaten.

Dieser Text ordnet ein, eine Untersuchung ersetzt er nicht. Wird die Wade plötzlich dick, warm oder rot, gehört das am selben Tag ärztlich abgeklärt: Eine geplatzte Zyste und eine Beinvenenthrombose sehen sich ähnlich, die Thrombose muss aber schnell behandelt werden. Atemnot oder Brustschmerz dazu sind ein Fall für die 112.

Warum es keine feste Dauer gibt

Eine Bakerzyste ist meist keine eigene Krankheit. Laut IQWiG (gesundheitsinformation.de) entsteht sie fast immer als Folge eines Schadens im Kniegelenk, etwa nach einem Meniskusriss, einem Kreuzbandriss, bei Arthrose oder rheumatoider Arthritis. Das Gelenk bildet mehr Flüssigkeit, die in einen Schleimbeutel der Kniekehle gedrückt wird. Wie lange jemand ausfällt, hängt deshalb weniger an der Zyste als an der Ursache dahinter.

Der zweite Faktor ist der Arbeitsplatz. Nach § 2 der AU-Richtlinie liegt Arbeitsunfähigkeit vor, wenn die zuletzt ausgeübte Tätigkeit wegen der Krankheit nicht oder nur mit dem Risiko einer Verschlimmerung möglich ist. Maßgeblich sind die konkreten Bedingungen der bisherigen Arbeit. Dieselbe Zyste kann für eine Sachbearbeiterin am Schreibtisch kein Grund zum Fehlen sein, für einen Fliesenleger, der den halben Tag kniet, schon.

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Orientierung: Ausfallzeiten nach Situation

Die folgende Tabelle ist eine Orientierung der Redaktion, keine amtliche Vorgabe. Sie leitet sich aus veröffentlichten Erholungszeiten ab, etwa von gesund.bund.de zur Meniskusoperation und vom britischen Gesundheitsdienst NHS zur Arthroskopie. Im Einzelfall kann es deutlich kürzer oder länger dauern.

SituationBelegter AnhaltspunktBürotätigkeitSteh-, Lauf- oder Kniearbeit
Kleine Zyste ohne Beschwerdenkeine Behandlung nötig (IQWiG)meist 0 Tagemeist 0 Tage
Schmerzhafte Zyste, konservativPausen, Hochlegen, Physiotherapie0 bis wenige Tageeinige Tage bis 2 Wochen
Punktion mit Kortisonambulant, Wirkung teils nur Tage bis Wochen (IQWiG)1 bis 2 Tageeinige Tage
Geplatzte ZysteFlüssigkeit wird langsam abgebaut (IQWiG)einige Tage1 bis 2 Wochen
Arthroskopie mit Meniskusteilentfernungnormal gehen nach etwa 1 Woche, Sport nach etwa 6 Wochen (gesund.bund.de)etwa 1 bis 2 Wochenmehrere Wochen, bis 6 Wochen
Arthroskopie mit Meniskusnahtvolle Belastung meist erst nach 6 Wochen (gesund.bund.de)etwa 2 bis 3 Wochenmindestens 6 Wochen

Ein Beispiel zur Lesart: Nach einer Meniskusnaht darf das Bein laut gesund.bund.de in der Regel sechs Wochen lang nicht voll belastet werden, sonst kann die Naht reißen. Wer im Lager, in der Pflege oder auf dem Bau arbeitet, kann in dieser Zeit seine Tätigkeit kaum ausüben. Im Büro geht es oft früher, wenn der Arbeitsweg mit Gehstützen machbar ist. Selbst Auto fahren ist nach einer Arthroskopie laut NHS meist frühestens nach zwei Wochen wieder möglich, nämlich erst dann, wenn eine Notbremsung sicher klappt.

Behandlung der Bakerzyste und was sie für die Arbeit bedeutet

Ohne Operation

IQWiG und gesund.bund.de nennen als erste Schritte Pausen, das Hochlegen des Beins, Kniebandagen, Kälte oder Wärme und entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac-Gel nach ärztlicher Rücksprache. Bewegung bleibt erlaubt und ist bei Arthrose sogar sinnvoll, weil gekräftigte Muskeln das Gelenk stabilisieren. Für viele Berufe heißt das: weiterarbeiten, aber Belastungsspitzen reduzieren.

Helfen diese Maßnahmen über mehrere Wochen nicht, kann die Zyste punktiert werden. Dabei wird Flüssigkeit abgesaugt und meist Kortison gespritzt. Das passiert ambulant in der orthopädischen Praxis. Laut IQWiG wird es eher selten gemacht, weil die Zyste sich oft schnell wieder füllt, besonders wenn eine Arthrose dahintersteckt.

Mit Operation

Operiert wird nach IQWiG nur, wenn die Ursache selbst gut operativ behandelbar ist, zum Beispiel ein gerissener Meniskus. Der Eingriff läuft meist als Arthroskopie über kleine Schnitte. Die Zyste selbst wird dabei in der Regel nicht entfernt, stattdessen wird die Verbindung zur Gelenkhöhle erweitert oder verschlossen. Kleinere Eingriffe wie eine Meniskusoperation laufen in der Regel ambulant. Bei fortgeschrittener Arthrose rät das IQWiG eher ab, weil die Zyste dann häufig zurückkommt. Eine offene Operation nur an der Zyste wird wegen höherer Risiken und häufigerer Rückfälle meist ebenfalls nicht empfohlen.

Für die Krankschreibung zählt, was bei der Arthroskopie gemacht wurde. Eine Glättung oder Teilentfernung des Meniskus erlaubt schnelleres Belasten als eine Naht oder ein Kreuzbandersatz. Wer den OP-Bericht nicht versteht, sollte beim Entlassungsgespräch direkt fragen, ab wann volle Belastung erlaubt ist.

Regeln zur Krankschreibung

  • Anzeige beim Arbeitgeber: Nach § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) muss die Arbeitsunfähigkeit und ihre voraussichtliche Dauer unverzüglich gemeldet werden.
  • Bescheinigung: Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, braucht es eine ärztliche Feststellung. Gesetzlich Versicherte lassen sie feststellen, die Praxis übermittelt sie elektronisch an die Krankenkasse, bei der der Arbeitgeber sie abruft. Der Arbeitgeber darf die Bescheinigung früher verlangen.
  • Zeitraum: Nach § 5 Abs. 4 AU-Richtlinie soll eine Krankschreibung nicht mehr als zwei Wochen im Voraus gelten, bei sachgerechtem Grund bis zu einem Monat. Nach einer Knie-OP folgen daher oft mehrere Folgebescheinigungen.
  • Lücken vermeiden: Eine Folgebescheinigung sollte spätestens am nächsten Werktag nach dem bisherigen Ende ausgestellt werden, Samstage zählen dabei nicht als Werktag. Rückwirkend bescheinigt die Praxis nur ausnahmsweise und meist höchstens drei Tage.
  • Nach dem Krankenhaus: Das Krankenhaus darf im Entlassmanagement eine Arbeitsunfähigkeit für bis zu sieben Kalendertage nach der Entlassung feststellen.
  • Videosprechstunde: Möglich, wenn die Erkrankung es zulässt. Für unbekannte Patienten gilt die erste Bescheinigung so höchstens drei Kalendertage, für bekannte bis zu sieben.

Lohnfortzahlung und Krankengeld: ein Rechenbeispiel

Nach § 3 EntgFG zahlt der Arbeitgeber bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit bis zu sechs Wochen das Gehalt weiter. Der Anspruch entsteht erst nach vier Wochen ununterbrochener Beschäftigung. Fällt jemand wegen derselben Krankheit erneut aus, gibt es nur dann wieder sechs Wochen, wenn dazwischen mindestens sechs Monate ohne Arbeitsunfähigkeit wegen dieser Krankheit lagen oder seit Beginn der ersten zwölf Monate vergangen sind. Bei einer Bakerzyste, die nach einem Meniskusschaden immer wieder Beschwerden macht, wird dieser Punkt schnell relevant.

Ab der siebten Woche zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld, vorher ruht der Anspruch nach § 49 SGB V, solange Arbeitsentgelt fließt. Es beträgt nach § 47 SGB V 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts, höchstens aber 90 Prozent des Nettoentgelts, und wird für Kalendertage gezahlt, ein voller Monat zählt mit 30 Tagen.

RechenschrittWert
Bruttoentgelt (Beispiel)3.500 € pro Monat
Nettoentgelt (Beispiel)2.300 € pro Monat
70 % des Bruttos2.450 € pro Monat
Obergrenze 90 % des Nettos2.070 € pro Monat
Krankengeld (der niedrigere Wert)2.070 € pro Monat
Krankengeld pro Kalendertag2.070 € ÷ 30 = 69 €

Ausgezahlt wird etwas weniger, weil vom Krankengeld noch Beiträge zur Sozialversicherung abgehen. Wegen derselben Krankheit gibt es Krankengeld nach § 48 SGB V für höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Bei einer Bakerzyste mit Arthroskopie wird diese Grenze in aller Regel nicht annähernd erreicht.

Zurück in den Job: stufenweise Wiedereingliederung

Wer nach einer Knie-OP länger fehlt, muss nicht sofort wieder acht Stunden stehen. Nach § 74 SGB V kann die Ärztin oder der Arzt auf der Bescheinigung angeben, welche Tätigkeiten in welchem Umfang schon möglich sind. Ab sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit soll das regelmäßig geprüft werden. Während der stufenweisen Wiedereingliederung, bei der die Arbeitszeit schrittweise steigt, gilt man laut AU-Richtlinie weiter als arbeitsunfähig.

Checkliste für das Arztgespräch

  1. Tätigkeit genau beschreiben: Stunden im Stehen, Gehen, Knien, Treppensteigen, Lasten.
  2. Nach der Ursache der Zyste fragen, denn sie bestimmt die Behandlung und die Prognose.
  3. Bei einer geplanten OP klären, ob Teilentfernung oder Naht wahrscheinlich ist und ab wann voll belastet werden darf.
  4. Arbeitsweg ansprechen: Auto fahren ist nach einer Arthroskopie oft frühestens nach zwei Wochen möglich.
  5. Termin für die Folgebescheinigung vor Ablauf der aktuellen vereinbaren.
  6. Bei längerer Ausfallzeit nach einer stufenweisen Wiedereingliederung fragen.

Warnzeichen: wann sofort zum Arzt?

Platzt eine Bakerzyste, schmerzen Knie und Wade laut IQWiG meist plötzlich stark, oft mit blauen Flecken. Das Gewebe kann sich danach entzünden, deshalb ist ein Arztbesuch ratsam. Ärztlich abklären lassen, wenn die Wade einseitig anschwillt, warm, gerötet oder druckempfindlich wird: Das sind laut gesund.bund.de auch typische Zeichen einer tiefen Beinvenenthrombose, die per Ultraschall ausgeschlossen werden muss. Taubheit oder Schwäche in der Wade können darauf hinweisen, dass die Zyste auf Nerven drückt. Nach einer Operation gehören Fieber, zunehmende Rötung oder Ausfluss aus der Wunde zeitnah in die Praxis. Blutgerinnsel zählen laut NHS zu den seltenen Komplikationen einer Arthroskopie, eine neu geschwollene, schmerzende Wade nach dem Eingriff wird deshalb ebenfalls rasch abgeklärt.

Häufige Fragen

Kann man mit einer Bakerzyste arbeiten?

Oft ja. Viele Zysten machen keine Beschwerden und brauchen keine Behandlung. Bei Schmerzen entscheidet die Tätigkeit: Wer viel kniet, hockt oder lange steht, ist eher arbeitsunfähig als jemand am Schreibtisch.

Wie lange dauert es, bis eine Bakerzyste verschwindet?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Kleine Zysten bilden sich laut gesund.bund.de häufig von selbst zurück. Andere bestehen über Jahre, solange die Ursache im Knie nicht behandelt werden kann, etwa bei fortgeschrittener Arthrose.

Wie lange ist man nach einer Knie-OP krankgeschrieben?

Das hängt vom Eingriff ab. Nach einer Meniskusteilentfernung kann man laut gesund.bund.de nach etwa einer Woche wieder normal gehen, nach einer Naht ist volle Belastung meist erst nach sechs Wochen erlaubt. Bei körperlicher Arbeit fällt die Krankschreibung entsprechend länger aus.

Ist Laufen bei einer Bakerzyste gut?

Bewegung schadet meist nicht und ist bei Arthrose sinnvoll. Nimmt die Schwellung nach Belastung deutlich zu, helfen Pausen und Hochlegen. Nach einer Meniskusteilentfernung ist Joggen laut gesund.bund.de nach etwa sechs Wochen wieder möglich.

Fazit

Eine Bakerzyste allein führt selten zu langer Krankschreibung. Wie lange es dauert, bestimmen die Ursache im Knie und die Anforderungen des Jobs. Ohne Operation geht es meist um Tage, nach einer Arthroskopie um ein bis mehrere Wochen, nach einer Meniskusnaht bei körperlicher Arbeit um mindestens sechs Wochen. Sinnvoll ist, die eigene Tätigkeit beim Arzttermin konkret zu schildern und Folgebescheinigungen ohne Lücke zu planen. Eine plötzlich geschwollene, warme Wade wird immer am selben Tag untersucht.

Quellen

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